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Isolierglas-Arten

Neben einer fachgerechten Verglasung wird die Langzeitstabilität der Isolierglaseinheit durch die Qualität des Randverbunds bestimmt. Aufgrund des unterschiedlichen Randverbunds kann Isolierglas in drei Systeme eingeteilt werden, wobei die beiden erstgenannten kaum mehr hergestellt werden.

randverschweißt - randverlötet - zweistufig geklebt

Ganzglas-Isolierglas

Diese Gläser, wie z. B. Gado und Sedo, wurden hergestellt, indem zwei Glastafeln im Randbereich bis zum Schmelzpunkt erhitzt, abgekröpft und miteinander verschmolzen wurden. Der Scheibenzwischenraum (SZR) wurde danach mit trockener Luft bzw. Gas gefüllt, die Füllbohrungen nachträglich verschlossen.

Gelötetes Isolierglas

Bei diesem System, z. B. »Thermopane«, wurden zwei Scheiben im Randbereich verkupfert und mit einem dünnen Bleisteg verlötet. Der SZR enthielt in der Regel keinen Trockenstoff, man spülte ihn trocken und verlötete dann die Spülbohrungen.

Isolierglas mit organisch geklebtem Randverbund

Es gibt geklebtes Isolierglas mit einer und mit zwei Dichtungsstufen.

Isolierglas mit einer Dichtungsstufe besteht aus einem mit hochaktiven Adsorbens (Trockenstoff) gefüllten, perforierten Abstandhalterrahmen aus Aluminium oder verzinktem Stahl. Der Hohlraum zwischen dem Abstandhalterrahmen und den Scheibenkanten wird mit dauerelastischem Dichtstoff ausgefüllt. Vorwiegend bei kleineren Scheibenformaten werden auch thermoplastische Dichtstoffe eingesetzt, wie z. B. Hot Melt. Bei diesen Schmelzklebern reduzieren sich die mechanische Festigkeit und Dichtigkeit mit steigenden Temperaturen drastisch.

Bei Isolierglas mit zwei Dichtungsstufen, wird zunächst der mit hochaktivem Adsorbens (Trockenstoff) gefüllte und perforierte Abstandhalter mit einem dauerplastischen Dichtstoff auf der Basis von Polyisobutylen (Butyl) lückenlos versehen. Diese innere Dichtung dient vornehmlich dem Abdichten des Scheibenzwischenraums gegen eindringenden Wasserdampf und Gasverlusten. Butyl hat eine sehr niedrige Wasserdampf- und Gasdiffusionsrate. Als zweite Stufe wird zusätzlich der Hohlraum außerhalb des Abstandhalterrahmens bis zu den Scheibenkanten mit dauerelastischem Dichtstoff ausgefüllt. Der marktverbreitetste Dichtstoff ist Polysulfidpolymer (Thiokol).

Polyurethan als Sekundärdichtstoff gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Der Dichtstoff Silikon wird für Verglasungen mit freiliegendem Randverbund, wie z. B. im Überkopfbereich oder bei Structural Glazing, eingesetzt. Allerdings besitzt Silikon eine deutlich höhere Diffusionsrate für die üblicherweise verwendeten Füllgase.

Warme Kante und Alternativen im Randverbund

Die EnEV belohnt die Reduzierung von Wärmebrücken.Wegen der geringeren Wärmeleitfähigkeit wird der Aluminium Abstandhalter durch ein speziell entwickeltes Edelstahlprofil ersetzt. Das its-System optimiert somit das bewährte Prinzip des zweistufigen Randverbunds mit metallischem, gebogenem Abstandhalter.

Neben its werden im Markt weitere Randverbundsysteme mit ähnlichen thermischen Eigenschaften angeboten. Exemplarisch sei das TPS-System (Thermo Plast Spacer) genannt. Bei TPS bringt anstelle des metallischen Aluminium-Abstandhalters eine thermoplastische Dichtmasse die Scheiben auf die gewünschte Distanz. Gleichzeitig verschließt die Dichtmasse den SZR als erste der zwei Dichtstufen.

Die Forderung nach gesicherter Materialverfügbarkeit, weiterer thermischer Optimierung und automatisierten Fertigungsprozessen lässt für die Zukunft neuartige Randverbundsysteme erwarten. Erste Ansätze sind z. B. in der Verwendung von reaktivem Hot Melt bzw. der Entwicklung eines einstufigen TPE (Thermo Plast Elastomer) zu erkennen.