Startseite > Glasinformationen

Klotzung von Verglasungseinheiten

Verglasungseinheiten müssen fachgerecht eingesetzt und geklotzt werden.

Das Klotzen hat folgende Aufgaben:

• Das Gewicht der Glasscheibe muss im Fensterflügel so verteilt werden, dass der Fensterflügel die Glasscheibe trägt.

• Der Fensterflügel darf in seiner Gangbarkeit nicht beeinträchtigt werden und muss immer in der richtigen Position im Fensterelement bleiben.

• Die Kanten der Isolierglaseinheit dürfen an keiner Stelle direkten Kontakt zum Fensterflügel besitzen.

Die Fensterelemente müssen konstruktiv so ausgeführt sein, dass die Isolierglaseinheiten problemlos getragen werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Isolierglaseinheiten keine tragenden Funktionen übernehmen dürfen. Die Isolierglaseinheit wird mit Trage- und Distanzklötzen verklotzt.

T = Tragklötze

Diese tragen die Isolierglas-Einheit

D = Distanzklötze

Diese gewährleisten den Abstand zwischen Glaskante und Fensterflügel.

Für Isolierglas gelten die Klotzungsrichtlinien für ebene Glasscheiben.

Klotzbrücken bzw. Klötze sollen 80 mm bis 100 mm lang und generell mindestens 2 mm breiter als die Isolierglaseinheit sein. Bei Verglasungen von Holzfenstern ohne Vorlegeband ist die Breite der Klötze auf die Glasdicke beschränkt.

Die Isolierglas-Einheit muß in ihrer gesamten Dicke auf den Tragklötzen aufliegen. Sämtliche Klötze sind im Fensterflügel gegen Verrutschen zu sichern.

In den Glasecken soll keine Klotzung erfolgen. Ein Mindestabstand zwischen Klotz und Ecke von 100 mm ist einzuhalten. Bei großflächigen Verglasungen empfiehlt sich ein Mindestabstand von 250 mm, Im Einzelfall kann der Abstand des Klotzes von der Ecke auf 20 mm reduziert werden, wenn dadurch das Glasbruchrisiko nicht erhöht wird. Alle Entwässerungs- und Dampfdruckausgleichsöffnungen dürfen durch die Klotzung nicht in ihrer Funktion behindert werden. Sollte dies bei der Klotzung nicht zu erreichen sein, so müssen als Klötze entsprechende Klotzbrücken mit einem Mindestöffnungsquerschnitt von 8 mm x 4 mm verwendet werden. Nuten oder Stege im Glasfalzbereich sind stabil zu überbrücken,

Alle Klotzungsmaterlallen müssen ihre Funktion unter allen vorkommenden Bedingungen beibehalten, alterungs-, feuchtigkeits- sowie temperaturbeständig sein und mit allen in Berührung kommenden Materialien verträglich sein, Besonderheiten bzgl. der Klotzung ergeben sich bei:

• Schrägverglasungen diese sind wie ein »Festfeld« zu klotzen. Geneigt eingebaute Flügel sind wie Schwingflügel zu klotzen. Die gesamte Scheibendicke muss voll auf den Klötzen aufliegen.

Bei Stufenisolierglas in geneigten Konstruktionen wird die Verglasungseinheit nur teilweise vom Tragklotz erfasst. Bei stellen Konstruktionen ist durch geeignete Maßnahmen eine Beeinträchtigung des Randverbundes durch Scherbeanspruchung zu verhindern.

• Modellscheiben

Bei spitzwinkligen Modellscheiben ohne horizontale Klotzkante (Spitze nach unten) sind die Tragklötze mindestens 20 cm von der Spitze entfernt an den Flanken anzuordnen. Grundsätzlich sollen zwei unterschiedlich harte Klötze verwendet werden.

• Echtsprossen

Bei Fenstern mit echter Sprossenunterteilung muss jede Scheibeneinheit entsprechend ihrer Öffnungsart einzeln geklotzt werden.

• VSG

Der herstellungsbedingte Scheibenversatz bei Verbundglas und Verbund-Sicherheitsglas muss vom Klotzmaterial ausgeglichen werden.

• Die Öffnungen sind am tiefsten Punkt des Glasfalzes anzubringen. Profilhinterschneidungen bzw. Stege müssen dabei im Öffnungsbereich durchbrochen werden. Die Öffnungen müssen gratfrel sein.

• Die Klotzung darf die Wasserabführung und den Dampfdruckausgleich nicht behindern. Nuten im Falzgrund sind durch Klötze stabil zu überbrücken. Bei glattem Falzgrund sind Klotzbrücken erforderlich. Die Klötze müssen korrosionsbeständig sein.

• Zum schnelleren Dampfdruckausgleich empfehlen wir insbesondere bei Hallenbädern und Feuchträumen zusätzliche Öffnungen im oberen Eckbereich der Glasfalze.

• Die Offnungen müssen so ausgeführt sein, dass kein Regen- oder Reinigungswasser in den Glasfalz eindringen kann. Es wird deshalb empfohlen, Durchbrüche in den Profilkammern etwa 5 cm gegeneinander zu versetzen.

• Insbesondere in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit und Klimaanlagen muss wegen der Gefahr erhöhten Tauwasseranfalls der Dampfdruckausgleich zwischen Innenraum und Glasfalz verhindert werden, z. B. durch das Einkleben von Dichtfolien auf Glas und Falzgrund.

• Bei Pfosten-Riegel-Konstruktionen erfolgt die Belüftung des Glasfalzes über die Pfosten der Konstruktion. Dabei muss eine Verbindung zwischen dem Glasfalz des Riegels und des offenen Querschnitts des Pfostens an allen Ecken der Glaselemente hergestellt werden, wenn nicht die Riegel selbst belüftet sind.

• Weiterhin ist darauf zu achten, dass die Pfosten im Fußpunkt und Traufpunkt zur Außenatmosphäre belüftet sind.

Die Verantwortung für eine hinreichende, dauerhaft funktionssichere Belüftung und Entwässerung sowie Abdichtung zwischen Isolierglas und Fensterrahmen liegt ausschließlich beim Fenster- bzw. Fassadenhersteller.