|
Je nach Verwendungszeck kann Glas unterschiedlich verarbeitet werden, dabei unterscheidet man vor allem Gläser die gepresst, geblasen, gesaugt, gesponnen oder gewalzt werden.
- Hohlgläser werden in mehreren Verfahren durch Pressen, Blasen, Saugen und Kombinationen dieser Techniken hergestellt.
- Glasfasern werden durch Spinnen im so genannten TEL-Verfahren produziert.
- Flachglas wurde früher durch Walzen hergestellt, bis etwa um 1950 wurden dabei mitunter Hohlgläser aufgeschnitten und flachgewalzt. Heute wird der Großteil des Flachglases im Floatprozess erzeugt, dabei wird das noch flüssige Glas auf ein Zinnbad geleitet und erstarrt auf dessen Oberfläche. Die Berührungsfläche zwischen Glas und Zinnbad weist sehr gute Eigenschaften auf und muss nicht nachbehandelt werden. Auf diese Weise lassen sich Flachgläser mit einer Breite von mehreren Metern herstellen, allerdings kann eine Dicke von etwa 2 mm nicht unterschritten werden. Bei den meisten Isolierglasherstellern und Flachglasveredelungsunternehmen hat sich eine "Standard"-Größe von 321,0 x 600,0 cm durchgesetzt ("große Bandmasse"). Die Anlieferung dieser riesigen Scheiben erfolgt in Stössen von 2,5 und 5 Tonnen durch sog. Innenlader.
- Einscheibensicherheitsglas (ESG) ist thermisch oder chemisch vorgespanntes Glas. Bei thermisch vorgespanntem Glas wird das Glas auf etwa 600 Grad Celsius erhitzt und dann durch Anblasen mit kalter Luft rasch abgekühlt. Da sich der Kern langsamer abkühlt, entsteht eine Spannung im Glas. Einscheibensicherheitsglas kann nicht mehr bearbeitet werden. Wenn das Spannungsfeld unterbrochen wird, so zerfällt das Glas in kleine Krümel. Besonders empfindlich sind die Kanten der Gläser. Durch die Vorspannung ist das Glas wesentlich widerstandsfähiger gegen Biege- oder Bruchbelastungen.
- Teilvorgespanntes Glas (TVG) ist ebenfalls thermisch vorgespanntes Glas. Die Vorspannung ist jedoch nicht so hoch wie bei Einscheibensicherheitsglas und deshalb ist das Bruchverhalten anders. Die Scheibe ist ebenfalls härter als normales Floatglas und bricht mit langen Rissen, die von der Störstelle bis zum Rand des Glases verlaufen.
- Verbundsicherheitsglas (VSG) besteht aus abwechselnden Schichten von Glas und Kunstofffolie (Polyvinylbutyral, PVB), bei Bruch sollen die Glassplitter oder -scherben an der Folie haften bleiben. Sicherheitsglas mit einer Dicke von etwa 25 mm wird als Panzerglas bezeichnet und beispielsweise für Schaufenster, Vitrinen und Autofenster verwendet. Wird die Schichtdicke entsprechend gesteigert, spricht man von schussfestem Glas. Verbundsicherheitsglas kann aus Kombinationen von verschiedenen Glastypen (Float, ESG, TVG) bestehen. Glas lässt sich auch schleifen, so dass optische Linsen für Brillen und verschiedene optische Geräte damit hergestellt werden können.
|